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Magdeburg, die Stadt des ersten gotischen Sakralbaues auf deutschem Boden.
Geschichten und Geschichte zwischen Paläolithikum und Mittelalter.


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I n h a l t


Magdeburg und der erste gotische Sakralbau auf dem Boden des heutigen Deutschlands
Der gotische Dom
Ein Wegweiser
 
Rekonstruktion
des Romanischen Domes
 
Der ottonische oder romanische Dom zu Magdeburg
Ein Rekonstruktionsversuch
Dies ist das Fundament des ottonischen oder romanischen Domes zu Magdeburg, auf dessen Grundmauern sich die einstige Metropolitankirche erhoben haben mag. Aus einigen wenigen noch vorhandenen, gleichsam puzzlehaften Fundament- und Fußbodenresten konnte es rekonstruiert werden.

Er ist somit das einzig reale, was wir besitzen. Auf den wir wenigstens einigermaßen vergleichbare Bauwerke oder Teile von ihnen projizieren müssen. Das ist schwer genug. Zumal die mittelalterliche Bauweise, sehr zu unserem Ärger, eine im heutigen Sinne übliche, beinahe standardisiert wirkende Gestaltungs-weise nicht kennt. Aber sonst würden wir uns kaum mit diesem Thema herumschlagen.

Wie aber mag der einstige Stolz der Magdeburger Bevölkerung ausgesehen haben, bevor er im Jahre 1207 ein Raub der Flammen wurde. Die "Magdeburger Schöppenchronik" aus dem 13. Jahrhundert weiß zu berichten, dass die Bürger der Stadt keinen Neubau wollten: "... wente se noch wol stan hedden ...", dass die Mauern noch gut gestanden hätten. Aber wie das so ist, die Obrigkeit sitzt am längeren Hebel; der Abriss unter Erzbischof Albrecht II war beschlossene Sache. Und so steht vor uns das Ergebnis, der erste gotische Sakralbau auf dem Boden des heutigen Deutschlands.

Aber das wissen wir ja alles schon. Was wir nicht wissen ist, wie denn nun unser ottonischer Dom ausgesehen hat. Zunächst sollten wir die wenigen vorhandenen Quellen bemühen.

In der Gesta archiepiscoporum Magdeburgensum steht folgendes zu lesen: "Das Sanktuarium des Doms richtete er (Erzbischof Hunfried 1023-1051) auf, indem er es größer und passender anfügte. Darunter legte er eine Krypta an und machte Stiftungen für sie. Und er weihte sie zu Ehren und am Festtage des heiligen Kilian, seines früheren Patrons". Hier sind auch einige, leider schwer zu deutende Hinweise über Bestattungen hochrangiger Kirchenfürsten zu finden. So ist folgendes vermerkt: "Er wird begraben an der Westseite im Chor der Krypta". Welcher Krypta? Einer Krypta, einer zweiten im Westen?

Thietmar von Merseburg: "Viele Leiber von Heiligen ließ der Kaiser durch seinen Kaplan Dodo aus Italien nach Magdeburg bringen". Und ergänzend: "In alle Säulenkapitelle befahl er sorgsam Heiligenreliquien einzuschließen".

Die Magdeburger Schöppenchronik berichtet schließlich von den Geschehnissen vom Karfreitag, des 20. April 1207: "Und die Flammen flogen auf den Dom und verbrannten das Münster, die Türme, den Remter, besonders die Klausur und auch den Marstall größtenteils; und alle Glocken fielen herab außer einer kleinen".

Wenigstens wissen wir nun, dass die kleinste Glocke oben geblieben ist. Ansonsten sind wir so schlau wie vorher. Es ist wie immer bei der Rekonstruktion eines längst nicht mehr vorhandenen Bauwerkes: Diejenigen, die es wissen, finden wir nicht; dafür finden wir heute um so mehr, die nichts wissen.

Besonders interessant ist der Westteil. Dem Dom im Westen ein Atrium oder Paradies vorgelagert.
Das ist ein im weitesten Sinne mit einem Kreuzgang vergleichbarer, einer frühmittelalterlichen Kirche im Westen vorgebauter Vorhof. Dem Westquerschiff hat sich ein Westwerk angeschlossen. Das ist eine karolingische Erfindung, die das "Himmlische Jerusalem" symbolisieren sollte. In dieser besonderen Form eines Westbaus saß der Kaiser in seiner Loge und konnte dem Gottesdienst beiwohnen. Auch wenn er persönlich nicht zugegen gewesen war, dem gemeinen Volke aber war er es hier an dieser Stelle dennoch. Die Beziehung des einfachen Menschen zu seinem, den alten, noch lange nachwirkenden, germanischen Vorstellungen nach, beinahe gottgleiche König, war in der damaligen Zeit mystisch verklärt. Und sie wirkte noch spät ins Mittelalter hinein.

Was hat es mit dem Begriff Westwerk auf sich? Welcher tiefe religiöse Sinn verbirgt sich dahinter? Was ist eine Apsis, wozu diente sie. Was hat es überhaupt mit der romanischen Bauweise auf sich? Durch welche liturgischen Besonderheiten wurde sie beeinflusst?


Ein Rekonstruktionsversuch
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